P2P und die Zukunft
| Dieser Artikel befasst sich mit der Zukunftsperspektive von P2P. P2P wird heutzutage meistens mit Filesharing in den gleichen Topf geworfen, dabei ist P2P viel mehr als Filesharing. Wo befindet sich diese Technologie und wie wird sie sich weiterentwickeln. Wird P2P das Client / Server Modell ersetzten? | | Autor: tom - Date: 06.20.2004 - Size: 4759 chars - Hits / Day: 6.29 - Total Hits: 17814 | Hintergrund Es gibt zwei Netze die bei P2P grundsätzlich unterschieden werden können: Distributed Hashtable (DHT) und Broadcast Systeme. Es gibt diverse Erweiterungen, zum Beispiel wurden Super Peers eingeführt, um die Broadcast System skalierbar zu machen. Super Peers haben den Vorteil, dass sie die Bandbreite der einzelnen Knoten gezielt nutzen. Jedoch führen die Super Peers eine Hierarchie mit all ihren Nachteilen ein.
 Beispiel einer Suche DHTs sind schnell bei der Suche, da die Knoten und Ressourcen eine Metrik haben. So lässt sich, wie im Telefonbuch, nach einer Ressource mit einem Aufwand O(log n) Suchen. Figur 1 zeigt eine DHT Suche. Die Suche wird zentral erfasst und die Such kann nach gefundener Ressource abgebrochen werden. Der grösste Nachteil ist die Vorhersagbarkeit, denn, wenn bekannt ist, wo und auf welchem Knoten sich die Ressourcen befinden, sind diese Angreifbar.
 Broadcast System Broadcast Systeme, wie in Figur 2 gezeigt, haben den Vorteil das sie nicht Vorhersagbar sind. Das führt aber zu einem Skalierungsproblem und einer langsamen Suche. Ausserdem ist die Suche nicht zentral erfasst und obwohl man die gewünscht Ressource gefunden hat, ist es möglich, dass weiter gesucht wird, da die Suche nicht zentral erfasst wird.
Ausblick Die Bandbreite der Endanwender steigt. Vor Jahren waren viele mit 56K Modems unterwegs, heute boomen die Breitbandanschlüsse. Wächst die Bandbreite, so hat das klassische Client / Server Modell ein Problem: Es kann die Datenflut nicht mehr bewältigen. Dieses Problem betrifft zum Beispiel Suchmaschinen, bei denen viel Angefragt wird oder aber Museen, die viele Daten ins Netz stellen wollen.
Bei den einen kann man mit Geld höher Bandbreiten, mehr Server kaufen. Bei Institutionen mit wenig Geld, ist P2P eine möglich Lösung. Auch bei den Serverbetreibern mit viel Geld muss man sich überlegen, was längerfristig wirtschaftlich ist: stecke ich das Geld in Infrastruktur oder in P2P Forschung.
Fedora, aber auch Mandrake benutzen P2P Netze, um ihre Daten anzubieten. Sie stellen ihre ISOs per BitTorrent zur Verfügung. Das spart Bandbreite und Geld.
Die Forschungsarbeiten gehen Richtung DHT. Es muss aber aufgepasst werden, denn DHTs haben einen gravierenden Nachteil: sie sind vorhersagbar. Könnte man die Node ID frei wählen, dann kann man mit einfachen Mitteln die DHT sabotieren. Da die Node ID mit Hilfe der IP gewählt wird, wäre eine frei Wahl der IP fatal. Bei IPv4 ist das Problem nicht gravierend, da die IPs knapp sind. Bei IPv6 hingegen ist das Problem noch nicht gelöst.
Zukunft von P2P Die Client / Server Systeme haben den Vorteil, dass sie erfolgreich eingesetzt werden. Es gibt viele Hersteller, die auf diese Technik setzen. P2P ist relativ neu und um Client / Server Systeme abzulösen bedarf es einer Notwendigkeit. Diese Notwendigkeit wächst mit der Anzahl Breitbandanschlüsse. Museen oder Enzyklopädien, welches viele Daten anbieten, benötigt in Zukunft sehr viel mehr Bandbreite. In diesem Fall wird sich P2P hier eher durchsetzten als bei Suchmaschinen, die zwar viele Anfragen bewältigen aber wenig Daten versenden.
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